Die Rolls-Royce Story in Modellen – Teil 9

WRAITH 1938 – 1939

Herausgebracht, um die kleinen Rolls-Royce näher an ihre großen Brüder heranzubringen, indem man ihn mit einer unabhängigen Vorderradaufhängung versah, dennoch war der Wraith ein vollständig neues Modell. Er hatte einen modifizierten 4.257 ccm 6-Zylinder- Reihenmotor sowie einen verbesserten Vergaser und eine überarbeitete Motoraufhängung, was ihn zum vermutlich leisesten Rolls-Royce der Zwischenkriegsjahre machte.

Gebaut wurden 491 Chassis

Der Blick ins Detail – Rolls-Royce Wraith

Der oben gesteuerte Reihensechszylindermotor mit 4257 cm³ Hubraum basierte auf dem des Vorgängers 25/30 H.P., hatte aber einen Querstromzylinderkopf. Das Vierganggetriebe war in den oberen drei Gängen synchronisiert.

Einzelradaufhängung vorne

Der Wraith hatte vorn eine Einzelradaufhängung mit Schraubenfedern, die auf der des Packard 120 basierte, und hinten eine Starrachse. Die hydraulischen Stoßdämpfer vorne wurden in der Härte durch einen mechanischen Drehzahlregler – abhängig von der Fahrgeschwindigkeit – eingestellt, was den Wraith in diesem Punkt seinem Vorgänger dem 25/30 H.P. überlegen machte. Damit lag das Modell gleichauf mit dem zeitgenössischen Phantom III.

Geschweißter Rahmen

Der Wagen hatte noch einen separaten Rahmen, der aber nicht mehr genietet, sondern geschweißt war. Die Trommelbremsen an allen vier Rädern wurden über einen mechanischen Bremskraftverstärker betätigt, den Rolls-Royce in Lizenz von Hispano-Suiza baute.

Verkleidete Speichenräder

Der Wagen war mit 17″-Drahtspeichenrädern ausgestattet, deren Speichen mit abnehmbaren Scheiben verkleidet waren. Ein hydraulisches Wagenhebersystem konnte mit einem Hebel unter dem Beifahrersitz bedient werden.

Karosserie von 17 verschiedenen Herstellern

Der Wraith wurde in der Rolls-Royce-Fabrik in Derby in den Jahren 1938 und 1939 ohne Aufbauten gefertigt. Die Karosserien lieferten unabhängige Stellmacherbetriebe. Insgesamt 17 Karosseriehersteller lieferten Aufbauten für das Wraith-Chassis. 170 Karosserien wurden von Park Ward hergestellt, 72 von Hooper, 62 von H. J. Mulliner und 42 von Thrupp & Maberly.

Autotest annodazumals

Der Wagen erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 137 km/h, je nach Gewicht und Ausführung der Aufbauten. Bei einem Test des Magazins „The Motor“ im Oktober 1938 wurde eine Beschleunigung von 0 auf 80 km/h in 16,4 Sekunden festgestellt.

Trivia

Seit 2013 ist wieder ein Rolls-Royce Modell unter dem Namen Wraith (was soviel wie Geist oder Gespenst bedeutet) erhältlich. Der moderne Wraith verfügt über einen V12-Biturbo Motor mit 6,5 Liter Hubraum und kostet rund 280.000 Euro. Damit ist er deutlich teurer als ein Wraith 1938, der damals komplett inkusive Karosserie rund 1.700 Pfund kostet. Das entspricht invaltionsbereinigt einem Preis von rund 125.000 Euro.

The Spirit of Ecstacy – auch liebevoll „Emily“ genannt ist das unverkennbar Markenzeichen eines Rolls-Royce.

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